Ute Heymann gen. Hagedorn

Ute Heymann gen. Hagedorn

Das Leben ist schön. Man muss es nur sehen.

 

Zwei Dinge standen für mich bereits fest, als ich noch ein junges Mädchen war: Ich wollte einen künstlerischen Beruf ergreifen und ich wollte die Welt entdecken!

 

Der künstlerische Beruf musste auf sich warten lassen. Meine Mutter fand die Idee, mich auf einer Theaterbühne wiederzufinden, ebenso lebensfeindlich wie ein Kunststudium. Damals noch folgsam, ließ ich mich zu einer grundsoliden kaufmännischen Laufbahn animieren.

Meine innere Stimme ließ mir jedoch keine Ruhe. Ständig forderte sie von mir, einen Ausgleich zu finden. Ich spielte Musikinstrumente, malte und nahm auch sonst jede Gelegenheit wahr, etwas Künstlerisches zu tun. Allerdings war ich weder Komponist noch konnte ich ohne Vorlage malen. Zudem musste es etwas ein, was ich nebenberuflich beginnen konnte. Die eingeschlagene Existenz wollte finanziert werden.

Heute freue ich mich über die Freiheit, schreiben zu können, was mir am Herzen liegt, ohne auf ein Genre festgelegt zu sein. Das ist der Vorteil meiner gesicherten Existenz, den ich anfangs nicht sehen wollte.

 

Aber zurück zu den Anfängen ...

Wozu hatte man mich gelehrt, mit zehn Fingern zu tippen? Zudem besaß ich Durchhaltevermögen, konnte mich gut ausdrücken und verfügte über ein hohes Maß an Phantasie. So absolvierte ich begeistert die Ausbildung zur Autorin, die mir eine völlig neue Welt eröffnete.

 

Später nahm ich Sprechunterricht, brachte ein Hörbuch mit meinen Texten heraus und veranstaltete öffentliche Lesungen. Eine andere Form der Theaterbühne war gefunden! Ich liebe es nach wie vor, meine Figuren lebendig werden zu lassen.

 

Das Reisen, meine zweite große Leidenschaft, hatte keinen spektakulären Grund. Warum auch immer – ich verbrachte meine halbe Jugend über dem Atlas und Prospekten, die ich in Reisebüros erbettelt hatte.

 

Mit meinen Rucksack machte ich mich auf, zunächst nach Mallorca und Gran Canaria, dann durch England, Schweden, die damalige Tschechoslowakei, Polen, Italien, Frankreich und Portugal. Es folgten die USA und Mexiko. Venezuela, Chile, Kuba, Namibia, und Israel. Besonders beeindruckt hat mich die Wildnis Alaskas, für deren Erkundung ich eine Extraportion Mut brauchte, und die mich mit einer Ursprünglichkeit belohnte, wie es kaum ein zweiter Ort vermochte.

 

Durch das Schreiben ist mir nun zusätzlich das Reisen im Kopf vergönnt. Ich lerne ständig neue Orte kennen, die nur hinter meiner Stirn existieren und an die ich Sie, meine lieben Leserinnen und Leser, gerne mitnehme. Machen Sie sich mit mir auf, fiktiven aber lebensnahen Figuren zu begegnen, die einem – beim Schreiben wie beim Lesen – ans Herz wachsen können wie real existierende Personen.

Wobei betont sein soll, dass sämtliche Ähnlichkeiten rein zufällig sind! Die einzige Ausnahme ist meine früh verstorbene Freundin Belinda, an die ich in der Geschichte "Eine Frage des Blickwinkels" (in "Sieh hinter die Wolken!") erinnere.

 

Übrigens, auch wenn ich persönlich nicht viel davon halte, meine Bücher sind alle in der neuen Rechtschreibung erschienen!

Weitere Links:

Ute Heymann gen. Hagedorn liest aus "Sieh hinter die Wolken!":